Tag 123 - 125: Auckland & Waiheke Island

Nach gut fünf Wochen in “Down Under” geht es nun für uns weiter nach Neuseeland weiter. Aotearoa, so lautet der Maori Name Neuseelands und lässt sich mit “lange weiße Wolke” übersetzen. Der Legende nach soll sie den mythischen polynesischen Entdeckern einen entsprechenden ersten Eindruck gemacht haben.

Der Inselstaat liegt östlich von Australien und gehört zu Ozeanien. Er besteht aus zwei Hauptinseln (wenig einfallsreich als Nord- und Südinsel benannt), die durch die schmale Cook Strait voneinander getrennt sind. Die Einwohnerzahl von ca. 5,37 Mio. entspricht etwa dem 1,5fachen Berlins, die jedoch auf einer Fläche von etwa 263 000 km2 verteilt leben - was der 300fachen Fläche Berlins entspricht. Damit ist Neuseeland etwas größer als das Vereinigte Königreich, jedoch ein gutes Stück kleiner als Italien. Bedenkt man nun noch, dass 1,5 Mio. Neuseeländer alleine in der Region Auckland und fast eine weitere halbe Million in Christchurch leben, so kann man ahnen, wie dünn besiedelt ein Großteil des Landes ist: 19 Einwohner pro Quadratkilometer; im Vergleich, in Deutschland teilen sich statistisch gesehen 230 Menschen die gleiche Fläche. Die Neuseeländer, auch liebevoll nach ihrem Nationaltier, dem Kiwi, als “Kiwis” bezeichnet, teilen sich in die großen ethnischen Gruppen europäischer (ca. 68 Prozent), maorischer (ca. 20 Prozent) und asiatischer (ca. 17 Prozent) Herkunft auf. Besonders ist, dass Maori neben Englisch und der “Neuseeländischen Zeichensprache” offizielle Landessprache ist und auf Schildern und in Durchsagen sehr präsent ist.

Wir starten unsere Erkundung Neuseelands auf der Nordinsel, genauer gesagt in Auckland. Hier startet vermutlich ein Großteil der Touristen ihre Reise, da Auckland über den größten Flughafen des Landes verfügt. Durch die abgeschiedene Lage werden zudem nur wenige Flughäfen direkt international angeflogen. Auch ist Auckland mit ca. 1,5 Mio. Einwohnern die mit Abstand größte Stadt Neuseelands; wirtschaftlich dürfte die Metropole ebenfalls bedeutender sein als die politische Hauptstadt Wellington (welche wir übrigens auf unserer Route nicht sehen werden).

Wir landen am späten Nachmittag aus Tasmanien kommend und müssen uns nach Ankunft erstmal einer gründlichen Kontrolle durch die Biosecurity unterziehen. Im Gegensatz zur letzten Einreise, bei der wir lediglich danach gefragt wurden, ob unser Campingequipment sauber sei, werden wir diesmal zur einer genauen Inspektion geschickt. Alles muss nochmal durch den Röntgenscanner, Schuhe und Zelt müssen ausgepackt werden. Letzteres bekommt sogar noch eine gründlichere Untersuchung und muss nochmal, in Einzelteilen, durch den Scanner. Gut also, dass wir sowohl Zelt als auch Schuhe vorher unter erschwerten Umständen auf dem Campingplatz gereinigt haben. So bekommen wir also alles ohne Beanstandung zurück. In Summe hat die Einreise hat die Einreise mit den extra Kontrollen und dem Schlangestehen gute zwei Stunden in Anspruch genommen und so sind wir schon etwas geschlaucht als wir mit dem Transferbus vom Flughafen zum Bahnhof fahren, um dort in den Zug Richtung Innenstadt zu steigen.

Wir haben Glück und können noch eine Station mit dem Bus fahren und so müssen wir unsere Vielzahl an Taschen nur eine kurze Strecke tragen, bevor wir beim zentral gelegenen Hotel ankommen. Jetzt noch schnell Essengehen und dann haben wir es für heute geschafft und fallen müde ins Bett.

Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg über die Queen Street zum eindrucksvollen, alten Ferry House im Viertel Britomart. Von dort aus geht es entlang des Hafens zum Karanga Place und Viaduct Harbour, mit einem Stopp beim Rumpf des riesigen Segelboots KZ1, bis hin zum Wynyard Quarter.

Anschließend geht es weiter zur Auckland Domain, wo es öffentliche Wintergärten mit allerlei Pflanzen gibt.

Das an sich wohl sehr lohnende Auckland Museum lassen wir aus, denn die uns interessierenden Ausstellungen zur Geschichte Neuseelands und der Maorikultur werden zurzeit leider überarbeitet und sind daher geschlossen. Von hier aus laufen wir zu den Parnell Rose Gardens, wobei wir einen nur bedingt freiwilligen, längeren Stopp in einem Café einlegen, da sich der schon den ganzen Tag graue Himmel auftut und es plötzlich wie aus Kübeln schüttet.

Zum Glück immer noch trocken, erreichen wir schließlich wieder den Hafen und nehmen eine Fähre nach Devonport, welches auf der anderen Seite der Bucht liegt. Hier fängt es jedoch wieder zu regnen an, was erneut zu einer Zwangspause führt - diesmal im Fährterminal. Nachdem das Gewitter weitergezogen ist, spazieren wir auf den nahegelegenen Mt. Victoria (Takarunga), um einen Blick auf die Skyline Aucklands zu bekommen. Nett, allerdings kein Vergleich mit Sydney oder Melbourne (welche allerdings auch drei- bis viermal so viele Einwohner zählen).

Abends geht es nach dem Essen noch in die Franklin Rd, wo sich allerlei ausgefallene Weihnachtsdekorationen finden lassen. Es erstaunt uns immer wieder, dass Weihnachten hier und auch in Australien genauso wie bei uns - womöglich sogar noch mehr - mit Schnee, einem dickeingepackten Weihnachtsmann sowie am Polarkreis lebenden Rentieren assoziiert wird, wo das Fest hier doch mitten im Sommer liegt und die meisten Gegenden 20 - 30 ºC von Schnee entfernt sind.

Der nächste Morgen beginnt früh mit einer Fährfahrt, denn wir wollen den Tag auf Waiheke Island verbringen. Waiheke Island ist die zweitgrößte Insel im vor Auckland gelegenen Hauraki Gulf und hat etwa 8700 Einwohner. Sie ist insbesondere für ihre vielen Weingüter bekannt und dementsprechend gibt es viele Tagesausflügler, die für Weinproben übersetzen. Es gibt sogar extra Reisebusse, die die Menschen an der Fähre abholen und von Weingut zu Weingut bringen.

Wir haben jedoch andere Pläne und haben einen Mietwagen für den Tag gebucht, mit dem wir die Insel auf eigene Faust erkunden werden - ohne Weinproben. Nach einer circa 40-minütigen Überfahrt kommen im Nordwesten der Insel an und arbeiten uns über den Norden in den Osten vor, um von dort aus über den Süden zurück zum Fähranleger zu fahren.

Die Insel gefällt uns von Anfang an gut: hügelig mit sattgrünen Wiesen, schöne Strände mit türkisblauem Wasser, viele Schafe und Weinberge. Und das alles bei Sonnenschein.

Wir halten bei Oneroa und schauen von einem Aussichtspunkt auf den Oneroa Beach hinab.
Auch ein Stopp beim Onetangi Beach darf nicht fehlen - auch wenn die doch recht frischen Temperaturen und der starke Wind nicht zum Baden einladen.

Im Nordosten der Insel erreichen wir das Stony Batter Historic Reserve. Hierbei handelt es sich um die Überreste einer historischen Verteidigungsanlage aus dem 2. Weltkrieg, die gleichzeitig auch die größte Bunkeranlage Neuseelands ist. Wir machen eine Führung durch die Tunnel und unterirdischen Gänge der Anlage, welches Gebaut wurde, um die Gewässer vor Auckland vor japanischen Angriffen zu schützen - allerdings kamen deren Schiffe nicht so weit südlich und so wurden die schweren Geschütze nie gebraucht. Heute dient die ehemals militärische Anlage einerseits als Touristenattraktion, andererseits aber auch als Ausstellungs- und Veranstaltungsort für Kunst und Kultur.

Nun fahren wir die Ostküste entlang der Man o’War Bay und Cowes Bay hinab, bis wir zur Südküste kommen. Auch hier finden sich schöne grüne Hügellandschaften mit Schafen und dem Meer im Hintergrund - wirklich ein herrlicher Ausblick!

Auf unserem Rückweg zur Fähre halten wir noch beim gänzlich unspektakulären Whakanewha Regional Park und stärken uns in einem Café.

Wir geben unseren Mietwagen ab und fahren mit der Fähre zurück nach Auckland. Wieder auf dem Festland - streng genommen ja lediglich der größeren Insel - nehmen wir einen Bus Richtung Mt. Eden. Aucklands berühmtester Vulkankegel ist mit 146 m über dem Meeresspiegel der höchste natürliche Punkt der Stadt und von hier aus kann man - so das Wetter mitspielt - einen tollen Sonnenuntergang bei gleichzeitigem Rundumblick auf die Stadt genießen.

Nach einer letzten Nacht in Auckland machen wir uns am folgenden Morgen wieder mit dem Zug auf den Weg zum Flughafen - allerdings nicht, um direkt weiterzufliegen, sondern um dort unseren Mietwagen für die nächsten Tage abzuholen.